Bewegte Geschichte
seit 1652

Auch wenn die Ursprünge des Dorfes Liebenberg bis in das späte Mittelalter zurückgehen, historisch bedeutsam wurde es erst durch den niederrheinischen Adligen Jobst von und zu Hertefeld. 1652 übernahm er die Güter, erzielte bald wirtschaftliche Erfolge und ließ ein erstes Herrenhaus bauen. Seine Nachkommen erweiterten es zum Schloss und banden Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné in ihre Pläne zur Umgestaltung des Parks ein.


Ein besonderer Ort für
Feiern und Feste entsteht

Von den Hertefelds ging das Gut Ende des 19. Jahrhunderts an die Eulenburgs über. Der in den Fürstenstand erhobene Philipp zu Eulenburg wurde der bekannteste Schlossherr Liebenbergs. Sein Geschmack prägte zahlreiche Baumaßnahmen. Illustre Gäste, unter ihnen Wilhelm der II. und Theodor Fontane,  besuchten die herrlichen Feste auf Schloss Liebenberg.

Als enger Freund und Berater Wilhelm II. lud Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld, Graf von Sandels – wie er nun mit vollem Namen hieß – den Kaiser regelmäßig zur Jagd in den Wäldern rund um Liebenberg ein. Die Treffen, zu denen auch einflussreiche Männer wie Kuno von Moltke und Bernhard von Bülow geladen waren, gingen unter dem Namen »Liebenberger Tafelrunde« in die Geschichte ein. Im Zuge der Harden-Eulenburg-Affäre von 1907/08, brachte der Journalist Maximilian von Harden die »Liebenberger Tafelrunde« in Misskredit, in dem er gegen Eulenburg und Moltke den Vorwurf der Homosexualität erhob und damit einen der größten politischen Skandale des Kaiserreichs auslöste.



Krisen, Kriege, Umbrüche

Philipps Sohn Friedrich Wend übernahm 1907 das Gut und führte es durch zahlreiche Krisen. Nachdem er sich persönlich von Adolf Hitler über dessen Pläne für die Großgrundbesitzer informiert hatte, trat Friedrich Wend 1934 in die NSDAP ein. Ihm folgten viele Dorfbewohner. Mit Kriegsbeginn erhielten auch in Liebenberg viele Landarbeiter ihre Einberufung. Die Arbeit auf dem Gut verrichteten nun Frauen und Kriegsgefangene in Zwangsarbeit. 

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges flüchtete die Familie Eulenburg. In der DDR ging das Gut in den Besitz der SED über und wurde Schulgut der Parteihochschule. Das Seehaus nutze die SED als Erholungsheim für hohe Parteifunktionäre.


Vom Fürstenhof 
zum Schlosshotel

Nach der Wende probierten sich unterschiedliche Pächter auf Schloss Liebenberg aus, bis die DKB AG die Immobilie zur Jahrtausendwende erwarb und Schloss und Seehaus als Tagungshotels entwickelte. 2005 übernahm die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement das Kleinod. Mit unterschiedlichen Baumaßnahmen setzt sich die Stiftung für die Sanierung und den Erhalt der denkmalgeschützten Bauten und Flächen ein. Die von der DKB Stiftung 2009 gegründete DKB Stiftung Liebenberg gemeinnützige GmbH betreibt als Integrationsunternehmen seit 2010 auch das Hotel Schloss & Gut Liebenberg.

Die DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement ist Herausgeber und Unterstützer zahlreicher Publikationen zur Geschichte von Schloss und Gut Liebenberg. Erwerben können Sie diese online oder an der Rezeption des Hotels Schloss & Gut Liebenberg. 

Festliche Tafel im Speisezimmer
Blick in den Schlosssaal
Schlosshof mit Kirche ca. 1945
Postkarte Seehaus
Schloss kurz vor Sanierung 2002